Trip nach Penang

Das Januar-Semester ist im Wesentlichen zu Ende und nachdem ich mich durch gut hundert Abschlussarbeiten korrigiert hatte, war ich auch urlaubsreif. Deswegen nahm ich mir ein paar Tage frei und beschloss, zusammen mit Ilene ein bisschen Urlaub zu machen.

Wir ueberlegten erst nach Bali oder Thailand zu fliegen, stellten dann aber fest, dass wir noch nicht einmal viel von Malaysia gesehen hatten. Deswegen sah die vage Urlaubsplanung so aus, dass wir ins Auto springen, nach Penang fahren, dort ein Weilchen bleiben und dann mal weiter schauen. Ingesamt hatten wir fuenf Tage Zeit und heute, am Mittwoch ging es los.

Penang ist eine Insel im Nordwesten Malaysias und nach KL eines der Zentren des Landes. Von KL ist man in gut vier Stunden da – wenn alles klapp.

Wir starteten zeitig. Schon 7:30 waren wir aus der Tuer raus und zehn Minuten spaeter auf dem wunderbar leeren North-South-Expressway. Mit entspannten 140 ging es munter auf der Ueberholspur voran. An der Mautstation in Ipoh mussten wir 26 Ringgit abdruecken und machten kurz darauf ein kleines Fruehstueckspaueschen an einem Rastplatz. Es war so gegen 10:00, wir lagen gut im Rennen.

Eine halbe Stunde spaeter waren wir noch gut 80 Kilometer von Peneng entfernt, als ploetzlich das Auto anfing zu spinnen. Der Motor hatte ein paar Aussetzer, der Drehzahlmesser begann, nur noch Mist und wenig spaeter garnichts mehr anzuzeigen und wir konnten nur noch 80 fahren.

Ziemlich planlos schossen mir ein paar Ideen durch den Kopf, wo hier das Problem sein koennte. Elektronik, na klar. Als ich daraufhin den Luefter ausschaltete, normalisierte sich alles zunaechst. Irgendwo gab es aber ein Problem. Eine Ausfahrt weiter gingen dann ein paar Warnleuchten im Armaturenbrett an und ich bekam Panik. Wir verliessen dem Highway, bezahlten artig unsere 16 Ringgit Maut und fragen nach einer Werkstatt. Ein Klimaanlagenspezialist war schnell gefunden, der konnte uns aber nur einen Autoelektiker empfehlen, einmal um den Block. Soweit kamen wir aber nicht, sondern blieben nach 20 Metern stehen. Ende Banane.

Stehen geblieben waren wir genau vor einem Autobaterieladen. Der Meister witterte ein dickes Geschaeft und verkaufte uns eine neue Batterie, mit Notfallaufschlag von 50%. Wa sollten wir anderes machen? Ich kaufte das Ding obwohl wir so eine Vermutung hatten, dass die Lichtmaschiene wohl eher das Problem war.

Wir liessen uns eine Werkstatt empfehlen, fuhren dort vor, erklaerten unser Problem und der Meister schaute sich den ZX an. Ja, Lichtmaschine.

Gebrauchte Citroen ZX sind so etwa das guenstigste, was man hier bekommen kann. Protons, Peroduas usw. sind alle fast doppelt so teuer. Dafuer gibt es auch einen Grund: Ersatzteile.

Fuer einheimische Marken bekommst du alles ueberall spottbillig. Citroen kostet extra und ist schwer zu finden. In unserem Fall kostete eine second hand Lichtmaschine 500 Ringgit und war erst nach zwei Stunden telefonieren gefunden. Mit Einbau durften wir hier also vier Stunden totschlagen, in einem Nest, von dem ich noch nicht mal weiss, wie es hiess. Das war oede.

Um so happier waren wir dann, als wir gegen 16:00 tatsaechlich loskamen.

Die Reisekasse war damit zwar schon am ersten Tag alle, aber Urlaub ist Urlaub. Da muss eben der Kostenrahmen erweitert werden…

Gerade als wir die 13 Kilometer lange Bruecke zur Insel Penang ueberquerten, begann es zu regnen, hoerte aber auf, als wir die Insel erreichten. Und der erste Eindruck war garnicht schlecht!

Zwar war die Insel entschieden dichter und weiter bebaut, als ich erwartet haette, aber sie wirklte sehr freundlich, aufgraeumt und angenehm. Es erinnerte mich sehr an die Gold Coast, in Australien.

Wir fuhren dem Lonely Planet folgend nach Bati Feringghi, wo es backpackertypische Herbergen geben sollte. Die gewundene Kuestenstrasse dahin war sehr angenehm. So auch, die Anhaeufung von einem halben dutzend Guesthouses direkt am Strand. Wir entschieden uns nach einigem Auf-den-Zahn-fuehlen fuer Ali’s Guesthouse, wo man zu einem A/C-Doppelzimmer mit eigenem Bad und Fernseher fuer 90 Ringgit auch eine Stunde lang Ali’s Laptop benutzen kann. Diese Zeilen entstehen also gerade auf Ali’s Terrasse, mit Meeresrauschen im Ohr.

Wir gehen uns gleich nochmal den Nachtmarkt anschauen, einen Happen essen und dann sicher zeitig schlafen.

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